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 AMD blickt in die Zukunft und sieht Fusion

Prozessoren | 18.09.2008, 13:38
Lange schwirrten um Fusion herum, doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, bei dem AMD beginnt, offiziell die Werbetrommel für die nächste Prozessor-Generation zu rühren. Dabei beschreibt Fusion die technologische Verschmelzung von Prozessor und Grafikeinheit auf einem Chip und die Zukunft paralleler Recheneinheiten, die speziell auf ihre jeweiligen Aufgaben abgestimmt sind.

Die Advanced Micro Devices stützen sich in ihrer Kampagne allerdings vorerst auf die Beschreibung des Konzeptes und vergangene Erfolge, ohne zu sehr auf technologische Details einzugehen. Der bisher beschrittene Weg, erst die Performance der Prozessoren durch höhere Taktraten und effizientere Technologie zu steigern und dieses Ergebnis später in homogenen Systemen zu multiplizieren, wird nun durch den laut AMD logischen nächsten Schritt fortgeführt. Man will weg von Lösungen, die schlicht mehrere Kerne gleichen Typs verwenden, hin zu individuellen, heterogenen Lösungen, die passend zum Aufgabengebiet unterschiedliche Recheneinheiten aus CPU und Grafikeinheit nutzen.

Bild: AMD blickt in die Zukunft und sieht Fusion


Die Vorteile, die sich daraus ergeben, erklärt AMD ausführlich auf der eigens dazu eingerichteten Webseite fusion.amd.com, die angereichert mit Video-Material und zufriedenen Nutzern umfangreich für die Fusion-Zukunft wirbt.

The Future is Fusion?


Um den Vorteil paralleler Ausführungseinheiten darzustellen, bedient sich AMD eines Diagramms, das durch die Erhöhung der Zahl an Recheneinheiten einen enormen Leistungszuwachs verspricht. Allerdings tritt dieser Effekt erst bei mehr als 16 Prozessoren spürbar hervor, was womöglich auch erklärt, warum Anwender bisher von Multi-Core-Prozessoren vergleichsweise geringen Nutzen ziehen konnten.

Grundsätzlich ist das Ziel von AMD klar beschrieben und war für diejenigen bereits abzusehen, welche die technologischen Trends der vergangenen Jahre aktiv beobachteten. Durch die reine Optimierung einzelner Prozessoren lässt sich nicht mehr ausreichend Performance hinzugewinnen, sodass mit jeder neuen Prozessor-Generation weniger Anwender bereit sind, viel Geld für die teuer entwickelten Systeme auszugeben.

Bild: AMD blickt in die Zukunft und sieht Fusion


Vielmehr ist nun der Zeitpunkt gekommen, die komplexen Systeme wieder in seine einfacheren Bestandteile zu zerlegen und diese preiswerteren Module günstiger in großen Mengen zu verbauen. Ein Stück weit erinnert dieser Trend an die Anfänge der Industrialisierung und den Taylorismus, der bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts den Vorteil von in einfachen Teilen zerlegten Aufgaben erkannt hat.

Gefolgt sind diesem Beispiel schließlich Rambus mit XDR-Speicher und IBM mit dem Cell-Prozessor, die bereits auf dieses Prinzip aufsetzen. Bei Grafikeinheiten ist der Trend mit immer mehr Stream-Prozessoren ebenfalls schon seit geraumer Zeit zu beobachten.

Man darf also gespannt sein, wie weit auch die Prozessoren ihren Nutzen aus dem Paradigmenwechsel ziehen werden. Da dies nicht ohne die Mitarbeit der Software-Industrie funktionieren kann, versucht AMD hier ebenfalls aktiv Entwicklungshilfe zu bieten und die Unternehmen bei der Optimierung auf parallelisierbare Prozesse zu unterstützen.
[rl]



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