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 Hohe Reklamationsquote beim MSI Wind mit Linux und Details zum Wind 2

Notebooks | 06.10.2008, 11:44
Die neuen Netbooks von MSI sind bereits seit einiger Zeit im Handel und werden optional mit Windows oder mit Linux ausgeliefert, doch offenbar kommen die Anwender mit der angebotenen Linux-Installation nicht zurecht. Die Reklamationsquote sei für die Linux-Version viermal so hoch wie für das Windows-Netbook. Gleichzeitig gibt es erste Informationen zum MSI Wind 2.

In einem Interview gegenüber Laptopmag erzählte USA-Vertriebschef Andy Tung einige Details über den Erfolg der Netbooks. Pro Monat verkaufe man bis 250.000 Geräte unter dem eigenen Namen. Hinzu kämen noch die Modelle unter fremder Marke wie zum Beispiel von Medion. Es limitiere jedoch die Verfügbarkeit von Atom-CPUs, die in allen Geräten zum Einsatz kommen.

Bitter stößt MSI die Rücklaufquote von Wind-Netbooks mit vorinstalliertem SuSE Linux Enterprise auf. Offenbar wissen die Käufer mit dem Betriebssystem nicht allzu viel anzufangen und seien auch nicht bereit sich damit wirklich auseinanderzusetzen. Das Ergebnis sei nach kurzer Zeit ein frustrierter Nutzer, der das Netbook im Laden wieder abgibt.

People would love to pay $299 or $399 but they don’t know what they get until they open the box. They start playing around with Linux and start realizing that it’s not what they are used to. They don’t want to spend time to learn it so they bring it back to the store. The return rate is at least four times higher for Linux netbooks than Windows XP netbooks.



Dass es aber auch anders geht, zeigt zumindest die Konkurrenz. So setzt ASUS beim Eee PC ebenfalls auf Linux, nutzt dort allerdings eine spezielle angepasste Version, die exakt auf die Nutzerbedürfnisse ausgerichtet ist. Das Ergebnis ist, dass sogar in der Kooperation mit Mobilfunkverträgen von T-Mobile bewusst auf die Linux-Version gesetzt wird, weil sie nicht nur günstiger sondern offenbar sogar nutzerfreundlicher ist. Dass Linux also prinzipiell zu kompliziert ist, scheint sich eher nicht zu bewahrheiten.

Warum MSI überrascht ist, dass Anwender sich nicht erst stundenlang in ein neues Betriebssystem einarbeiten wollen, wenn sie ein Netbook kaufen, das per Definition einen einfachen mobilen Zugang zu Internet-Diensten anbieten soll, sei dahingestellt. Hier hat man möglicherweise etwas zu kurz gedacht.

Spezifikationen zum MSI Wind U120


Noch Ende November oder Anfang Dezember soll das Wind U120 den Markt erreichen und sich verstärkt an Business-Nutzer richten. So sei es weniger rund gestaltet und orientiere sich stärker an einem ThinkPad-Notebook.

Bei den Spezikationen spricht MSI von 20, 40 und 120 GB Festplatten, 10-Zoll-Display und 1 GB Arbeitsspeicher. Die Tastatur entspräche mindestens den aktuellen Modellen, sei möglicherweise aber auch noch etwas größer. Neu ist jedoch ein integriertes UMTS-Modul für einen direkten Mobilfunk-Zugang, während man sich von WiMAX wieder entfernt habe, weil es bei der Geschwindigkeit nicht den Erwartungen entsprochen habe. Der Preis soll circa 600 US-Dollar betragen.

Damit unterscheidet sich Wind 2 oder U120 innerlich kaum von den aktuellen Modellen. Wer nicht unbedingt UMTS benötigt und auf ein weniger verspieltes Design aus ist, hat wohl kaum Argumente mit einem Kauf auf die neue Version zu warten. Vielmehr ist das U120 wohl auf die Kooperation mit Mobilfunkbetreibern ausgerichtet, um gemeinsam entsprechende Vertagspakete anbieten zu können.
[rl]



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