Seagate steht dem Geschäft mit Solid State Drives weiterhin skeptisch gegenüber und bezweifelt die mittelfristige Relevanz der Flash-Festplatten auf dem Markt für Massenspeicher. Wie das Unternehmen erklärte, sei der Hype um SSDs derzeit unbegründet — man sei noch gar nicht in der Lage mit der Technologie überhaupt Geld zu verdienen. Das Verhältnis zwischen Preis und Leistung sei noch nicht gegeben, sodass man sich wohl auch im nächsten Jahr verstärkt auf traditionelle Magnetspeicher konzentrieren wird.
Seagate-Chef Bill Watkins
erklärte in München, dass man dennoch an Entwicklungen mit Flash-Speichern arbeite und 2009 erstmals eigene Produkte für den Enterprise-Markt anbieten wolle. Derzeit lässt man sich die Entwicklungsarbeit in diesem Sektor rund 100 Millionen US-Dollar jährlich kosten.
Gleichzeitig seien aber auch andere Innovationen geplant. So arbeite man an einem RAID-System, bei dem bei mehreren Festplatten nur die schnelleren Außenspuren genutzt werden, um auf diese Weise die Gesamtperformance zu beschleunigen. Derzeit haben die rotierenden Scheiben den Nachteil, dass die Geschwindigkeit beim Lesen und Schreiben abhängig von der Position der Sektoren ist und nach innen spürbar abnimmt. Ein erstes Modell bestehend aus acht 200-GB-Festplatten, die jeweils nur mit 20 GB genutzt werden und insgesamt Platz für 160 GB bietet, schlägt dann mit einem Preis um 2000 US-Dollar zu Buche und kosten etwa so viel wie Flash-Festplatten mit vergleichbarem
SLC-Speicher.
Im Notebook-Markt, wo die Flash-Festplatten aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit und geringen Leistungsaufnahme besonders beliebt sind, dürften sie auch in den nächsten Monaten hauptsächlich im Premium-Segment zu finden sein. Gerade günstigere Modelle haben den Nachteil zu geringer Kapazität und können damit nur schwer gegen die 2,5-Zoll-Festplatten bestehen.
Besonderes Wachstum erhofft sich Seagate abseits vom SSD-Markt weiterhin beim Endkunden. Immer mehr Anwender nutzen digitale Elektronik wie Digicams oder MP3-Player und benötigen günstige Speicher mit großer Kapazität, um ihre Daten zu sichern. Externe Festplatten ließen demnach ein Marktvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr erwarten.
[rl]