Beim Speicherhersteller Qimonda kriselt es mächtig — so warnt nun auch der Betriebsrat der Infineon-Tochter vor dem Aus des Unternehmens. Gegenüber der Süddeutsche Zeitung erklärte ein Qimonda-Sprecher außerdem, "die Situation sei sehr ernst".
Erst letzten Monat war bekannt geworden, dass die erwartete Übernahme durch Micron nicht in kompletter Form stattfinden würde, sondern der US-amerikanische Konkurrent lediglich den Inotera-Anteil
übernimmt. Gleichzeitig plant Qimonda von seinen 13.000 Mitarbeitern rund 3.000 Menschen nach Hause zu schicken.
Wesentlich für die Zukunft des Unternehmens dürfte die Entwicklung am Speicher-Markt sein. Dort fallen die
Preise seit Monaten ins Bodenlose und sorgen regelmäßig für neue Tiefststände. Die Herstellungskosten können die wenigsten Unternehmen noch abdecken.
Erschwerend hinzu kommt die schlechte Situation in der Wirtschaft, durch die viele Unternehmen ihre Aufträge zurückhalten. Zwar
wuchs der PC-Markt im vergangenen Quartal um rund 15 Prozent, doch sorgt der Schweinezyklus der Speicherhersteller für viel zu große Produktionskapazitäten, die derzeit auch eine Drosslung der Volumina nicht mehr recht unter Kontrolle bringt.
[rl]