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 Wirtschaft nagt an den Gewinnen der IT-Branche

Wirtschaft | 27.11.2008, 14:16
Nach der Finanzkrise kommt die Wirtschaftskrise - und nachdem die Autoindustrie von den trüben Aussichten bereits vollends gepackt wurde, greift die Furcht nun auch auf die IT-Branche über. Hatte Intel Mitte des Monats den Anfang mit trüberen Aussichten und rückläufigen Gewinnen gemacht, folgen nun weitere Hiobsbotschaften von Cisco und Lycos, während Computerbauer Hewlett-Packard sich in der aktuellen Marktsituation noch gut aufgestellt sieht.

Portalbetreiber Lycos gibt nun vielen Jahren Geschäftsbetrieb endgültig auf und stellt das Geschäft ein. Die Konzernbereiche sollen weitestgehend veräußert werden. Domain-Geschäft, Shopping-Geschäft und Portalgeschäft will man in Dänemark verkaufen, die rund 500 betroffenen Mitarbeiter werden entlassen, sollen bei der Jobsuche aber weitestgehend unterstützt werden.

Cisco scheint von der rückläufigen Nachfrage ebenfalls hart getroffen und kürzte erst unlängst seine Erwartungen für die nächsten Quartale. Gleichzeitig stellt das Unternehmen die Produktion über den Jahreswechsel für fünf Tage ein und schickt die Mitarbeiter in Zwangsurlaub. Spekulationen weckten bereits vorher Befürchtungen, dass das Unternehmen offenbar mit fehlenden Käufern zu kämpfen habe.

Als einziger Fels in der Brandung zeigt sich im Moment noch der weltweit größte Computerhersteller Hewlett-Packard. Er hält trotz der aktuellen Entwicklung an seinen Gewinnzielen fest und sieht derzeit auch keine Anlässe für besonderen Pessimismus. Offenbar kann sich das Unternehme trotz sinkender Verkaufszahlen bei Druckern und Servern durch das Wachstum am Notebook-Markt seinen guten Stand bewahren.

In Deutschland legt man derzeit hohes Gewicht auf die Hightech-Branche, die derzeit noch alle Hoffnungen als Krisenfester Wirtschaftszweig schürt. Nachdem beim letzten Crash zur Jahrtausendwende viele Blasen in Luft zerplatzt sind, besteht Grund zur Annahme, dass bis heute nur die robustesten Unternehmen überleben konnten.

Kritisch fällt jedoch der Blick auf die junge Werbeindustrie im Internet aus, die mit Google und dem Suchmaschinengeschäft neue Rekorde gebrochen hat. Als wichtigste Geschäftsgrundlage im Online-Business könnte sie nicht nur Web-2.0-Startups die nächsten Monate das finanzielle Leben schwer machen. Auch professionelle Online-Angebote wie die digitalen Ableger der Tageszeitungen und Magazine erzielen die meisten Einnahmen durch Werbung.
[rl]



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