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 AMD stellt Athlon 64 X2 6400+ offiziell vor

Prozessoren | 22.08.2007, 00:14
Spekuliert hatten wir bereits vor Tagen - nun ist es offiziell. AMD hat den Athlon 64 X2 6400+ in die Produktpalette aufgenommen. Dazu gar in schwarzer Verpackung - ein Marketing-Indiz für Besonderheit und wohl auch Leistungsfähigkeit. Doch leider bleibt es dabei, dass AMD das nun aktuelle Top-Produkt in 90nm-Fertigung liefert. Die bereits lang laufendende 65nm Fertigung scheint noch immer nicht in der Lage zu sein Taktraten in der Größenordnung von 3,2 GHz zu präsentieren.

Dabei wäre es durchaus wichtig für AMD, dass die Fertigung in kleineren Strukturbreiten zwischenzeitlich Resultate in diesen Taktregionen erlaubt. Der Fertigungsprozess läuft nunmehr seit über acht Monaten und trotzdem stellt man nun ein Modell mit 3,2 GHz Takt vor, welches auf dem alten Fertigungs-Prozess basiert. Darunter wird es ebenfalls dünn: 3,0 oder 2,8 GHz Takt gibt es derzeit ebenfalls noch nicht im kostengünstigeren Fertigungsprozess. Was ist da los bei AMD? Probleme über welche man nicht sprechen darf? Dennoch Druck aus den Chef-Etagen, welche nach diversen, massiven Preissenkungen noch keine Egalisierung des Marktes erwirken kann? Anweisungen wie "es muss etwas geschehen" von oben, könnten der Beweggrund für den A64 X2 6400+ sein. Doch was soll das? Rückstände, wenngleich auch ungewollte auf den Barcelona holt man dadurch nicht mehr auf. Dazu darf man erwähnen, dass dieser Server-Prozessor in 65nm-Fertigung wohl vorerst nicht in Taktraten über 2,5 GHz erscheinen wird.

Da nützt letzten Endes auch nicht, dass AMD in Pressemitteilungen den einen oder anderen Hersteller zitiert, um das eigene Marketing noch einmal zu überbieten:
"Wir teilen die Zielsetzung von AMD, die Leistungsfähigkeit von Computern der nächsten Generation auf ein neues Level zu heben. Damit können wir unseren Kunden wichtige Technologien zur Verfügung stellen, die ihnen neue Möglichkeiten eröffnen“, sagt Frank Azor, Senior Vice President von Alienwares Worldwide Product Group. „Unsere Desktop-Systeme mit dem AMD Athlon 64 X2 Dual-Core Prozessor 6400+ Black Edition überschreiten die bisherigen Leistungsgrenzen. Unseren Kunden profitieren von galaktischer Leistung, einer langlebigeren Plattform und ausgezeichneten Unterhaltungsmöglichkeiten."

Hat denn dem Dell-Sprössling Alienware niemand mitgeteilt, dass "Black Beauty" zwischenzeitlich ein lahmer Gaul ist, der seine Tage gezählt hat? Wir wissen nicht wirklich, was AMD mit diesem Zug bezweckte oder eben die Entscheidungsträger erwartet haben. Fakt bleibt, dass AMD trotz langen Monaten noch nicht solch hohe Frequenzen der Prozessoren in 65nm-Strukturbreite liefern kann. Fakt bleibt auch, dass AMD ein konkurrenzfähiges Produkt im Desktop-Segemnet schuldig bleibt, dass Intel Paroli bietet. Und mit "galaktischen" 251 US-Dollar OEM-Preis (PIB in the Box, aber ohne Lüfter!), welche sich im deutschen Markt abermals "gefühlt günstiger" einfinden werden, hat AMD dann abermals keine Antwort auf Intels derzeitige Produkt-Palette.

Will man derzeit als Händler und OEM mit Lagerbeständen mal nicht hoffen, dass diese Strategie sich abermals negativ auf den eigenen Geldbeutel auswirkt, wenngeleich es abermals dann dem Endabnehmer zu Gute kommen würde. Doch noch einen Rückschlag brauchen die AMD-Aktionäre derzeit sicherlich nicht.
[pg]

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